Liebe Tessa,

nun bist Du auf den Tag genau schon 4 Wochen weg und ich würde manchmal so gerne wissen ,wo Du nun bist und wie es Dir geht.

Mir geht es ganz gut ,wenn ich nicht an Dich denke ,aber dann sind sie da, die Situationen wo man da steht und sagt wenn jetzt nur "das Tess"  dabei wäre ,die hätte das gemacht oder die hätte sich so gefreut. Da ist dann eine ganz tiefe Traurigkeit und es sind  genau bestimmte Situationen die nun nicht mehr sind, Erinnerungen an eine komplette Familie ,die mich zum weinen bringen. Du unser Streber-Tess, die immer alles richtig machen wollte und  egal von wem ich was wollte ,Du machtest es als Erste vor und strahltest einen dabei fröhlich an.  Wenn alle abgehauen sind ,Du bist da geblieben und hast Deine Belohnung verlangt. Meist reichte es ,wenn man Dir einmal sagte was Du tun sollst oder was man nicht wollte und Du hast es niemals wieder getan.

Na gut ,nicht  -fremde Leute - begrüßen fiel Dir schon schwer und wenn die Gelegenheit günstig war ,hast Du die Chance manchmal trotzdem genutzt .Aber so grundsätzlich warst Du ein unglaublich pflegeleichter und loyaler Hund und es passiert mir immer noch hin und wieder, das ich Deine Leine mitnehme oder ansetze um Tessa zu rufen, bevor ich das Auto zumache.

Und ne ,ich mag mich immer noch nicht wirklich mit anderen Leuten über Dich unterhalten oder noch schlimmer Leuten die Dich auch kannten erzählen ,das Du weitergezogen bist-das ist mir immer noch irgendwie viel zu intim und viel zu nahe.

Aber ich kann Deine Bilder anschauen und kann vor Dankbarkeit weinen, das Du ausgerechnet mich ausgesucht hast als Deine beste Freundin.

Und ich habe mich so bemüht ,nicht an das Zeichen zu denken das Du mir schicken wolltest, um Dich  nicht unter Druck zu setzen, mit meinem warten, das ich es tatsächlich erst ein paar Tage später bewusst realisiert habe , was für ein wundervolles Zeichen Du mir geschickt hast. Es hat mich sehr berührt auf unsere Terrasse zum ersten Mal seit wir hier wohnen eine Taube zu sehen  und ja  Frieden ist ein schönes Symbol für "angekommen sein " und auf die Frage ob Du einen neuen Freund gefunden hast , brachte mir die Taube am nächsten Tag ihren Freund mit. Warum sie nicht weiß sondern hellgrau ist ,darüber muss ich noch nachdenken ,aber sie hat das gleiche braun von Deinem Fell in ihrem Gefieder.

Ich freue mich ,das es Dir gut geht  und das es Dir wichtig ist ,ab und an von Dir hören zu lassen. Aber mal ganz ehrlich, ich würde schon gerne so ganz real wieder in Deine bernsteinfarbenen Augen sehen und mit Deinen weichen Kippöhrchen spielen.....

Aber ich habe Dich schon ganz viel losgelassen, ich schaffe den Rest auch noch, mach Dir keine Sorgen.

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waren schneller vorbei als wir dachten und uns geht es nicht schlecht. 

Am Wochenende haben wir uns unterhalten ob wir mittlerweile "abgebrüht" sind ,nach so vielen gegangenen Freunden oder einfach der Tod Alltag geworden ist.

 

Nun ja ,ich denke nicht ,das man sich je an einen Abschied / Tod gewöhnen kann ,aber ich bin sicher ,das wenn man die Teile bearbeitet ,die noch offen sind, dann kann man ruhig weitergehen.

Ich denke ,ich für mich kann sagen- der Tod ist für mich nicht das Ende, es ist nur eine Etappe in einer unendlich langen Entwicklung- ich denke diese Einstellung alleine ist schon recht tröstlich.

Ich habe auch nicht den Anspruch das meine Tiere warten müssen oder wir uns irgendwann wiedersehen. Ich denke loslassen können ist sehr wichtig.

Ich weiß noch wie ich in Nepal einer Verbrennung beiwohnte und fragte warum denn innerhalb von 24 Stunden die Leiche verbrannt werden müsse und alle so gefasst ihren Platz einnehmen und ihre Rituale durchführten. Ich bekam zur Antwort- weil es nicht anginge das man seine Liebsten länger in der Erdgebundenheit festhalte als nötig und unnötig langes trauern sei Egoismus und halte den anderen vom weitergehen ab.  Grundsätzlich richtig ,nur ich habe auch den kleinen etwa 8 jährigen Jungen gesehen ,der völlig überfordert war damit, das  er nun seine Mama anzünden solle ,weil das seine Aufgabe sei. Er brach schluchzend zusammen und wurde von den älteren unterstützt und geführt das Ritual zu Ende zu führen-ich fand es unmenschlich und grausam. Und mir war klar, es gibt so viel Wahrheiten zu einem Thema ,das nur jeder seine Wahrheit für sich finden kann und auch muss und ganz klar ,das was ich da gesehen hatte stimmte für mich gar nicht- Ritual oder Religion hin oder her.

Was ich sagen will ist , das ich denke das wir vermutlich unsere Wahrheit und unseren Frieden gefunden haben mit Tessa´s Abschied, jeder für sich.

Ich denke es ist sehr hilfreich wenn das Tier alleine gestorben ist und der ganze Vorgang friedlich und selbstverständlich ablief.

Ich habe für mich geklärt ,das es Quatsch ist ,sich schuldig zu fühlen für nicht erkennen können das es dieses Mal anders ist als sonst, sie hatte so oft diese kleineren und größeren Einbrüche.....und dann war ich nicht besonders verständnisvoll ,weil sie wegen Wind und anderen Unpässlichkeiten ständig meine Nähe suchte und an mir rum kratzte und sich an mir rieb. Es nervt einfach , wenn Du gerade konzentriert was anders tust und ich weiß nicht ,wieviel Nächte ich mit ihr im Wohnzimmer auf der Couch bei laufendem Fernseher schlief ,nur damit der Wind von außen nicht so zu ihr durchkam ......

Sie fand sicherlich auch nicht toll ,das wir es nicht mehr so oft zuließen ,das sie uns das Gesicht gewaschen hat -sie stank entsetzlich aus dem Hals die letzte Zeit. Sie war ein sehr sensibler Hund und hat es sicherlich als Ablehnung erfahren,aber wir haben stets versucht einen Kompromiss zu finden, mit dem wir alle leben konnten.  

Es gäbe so vieles ,was einem wie immer hinterher leid tut ,wenn man es vorher gewusst hätte- aber wir sind Menschen und wir leben nun mal im Alltag und ich denke ,wir schaffen bewusst und unbewusst rechtzeitig Distanz ,gerade wenn man sich sehr nahe steht, damit man auch selbstbestimmt gehen kann.

Ich denke für Tessa war alles in Ordnung ,sonst hätte sie so einfach nicht gehen können und das war ,was sie uns auch die ganze Zeit signalisierte -sie wollte das alles war wie immer.

Ich bin intensiv mit jedem Wochentag ihre letzte Lebenswoche noch mal in Gedanken durchgegangen, ich glaube auch wenn ich gewusst hätte ,was passiert, ich glaube es wäre nicht möglich gewesen, was anders zu machen und wir hätten auch nichts anders gemacht. Aber viel wichtiger war die Erkenntnis, sie hätte auch nicht gewollt ,das es anders gewesen wäre...... 

Sie hat genossen das ich bei ihr war , hat zum ersten Mal annehmen können, das sie Ihren Kopf in meine Ellbeuge kuschelte ,ohne mir gleich dankbar Hände und Gesicht küssen zu wollen und trotzdem schien sie genauso froh zu sein das ich einfach nur da war ohne Körperkontakt und wir ihr einfach nur den Raum gehalten haben. 

Raum halten ist eigentlich eine sehr schwere Aufgabe ,weil wir alle soooo gerne was tun wollen, wenn wer Hilfe braucht , so das wir gar nicht erkennen ,daß der andere unsere Hilfe gar nicht mehr braucht und auch nicht mehr will. Ich bin so dankbar dafür ,das ich all das habe in meiner Vergangenheit lernen dürfen von den vielen Patienten und ich mich irgendwann bewusst auf Sterbeprozess als solches habe einstellen können. 

Warum es uns nach nur einer Woche schon wieder verhältnismässig gut geht,ist sicherlich eine Mischung aus medizinischem Wissen, vielen Erfahrungen und auch Wissen zum Thema Tod und Sterben ,ein  bewusstes einlassen auf diesen ganzen emotionalen Prozess und das tiefe innere Wissen um eine Liebe ,die alle Zeiten überdauert.

Und mit diesem Denken stellt sich schnell eine tiefe Dankbarkeit für die intensiv verbrachte gemeinsame Zeit ein und auch Dankbarkeit dafür ,das wir der Verantwortung gerecht wurden und Tessa bis zum Schluss ein schönes und behütetes zuhause haben geben  können.

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Ich sitze hier und kann es noch nicht wirklich glauben, Tessa unsere großer Meisterin ist gegangen.

Alles was sie in den letzten Monaten zeigte waren Vorboten .

Ja aber wir leben doch schon sooo lange mit ihren ganzen diversen Krankheiten,ihre ganzen Mittelmeerkrankheiten. All das brachte sie nicht um,das haben wir besiegt. Was wir nicht besiegen konnten ,war der Tumor im Bauchraum- Milz ? Leber ? Was spielt es für eine Rolle ?

Letzte Woche war doch alles noch normal, alles wie immer- und doch hast es verstanden mir mental Bescheid zu sagen. Ich wusste es einfach ,das wir Dich dieses Jahr gehen lassen mussten, aber so schnell ?

Am Mittwoch hast Du ein kleines Stückchen Leber erwischt und ich weiß Du verträgst es nicht, als Dir dann schlecht war und Du nachts in den Garten musstest ,habe ich mir nichts dabei gedacht....

Als Du am Freitag ganz langsam hinterher getrottet bist bei den Spaziergängen, habe ich Dich noch zur Eile ermahnt .*entschuldige bitte*  Es gab Hundenotfälle und ich war abgelenkt und hatte keine wirklich Zeit für Dich- ich hätte erkennen können ,das was nicht stimmt. Du wolltest den zweiten Tag schon gar nichts fressen, auch keinen Keks ( der ging immer ) Abends erneutes hinter uns herschleichen und langes zögern um ins Auto zu springen- ich schob es auf´s nasse Wetter, auf auf Deine Gelenke. Habe dann schon festgestellt das Dein hom. Mittel nicht mehr geholfen hat. Und Du weiterhin einfach nur erschöpft bei mir liegen wolltest, Kein Fressen, keine Leckerlis ,nur noch Wasser trinken und Ruhe. Am Samstagmorgen sah man dann Deinen deutlich vergrößerten Bauchumfang und die vermutliche Wasseransammlung ,aber vor allem Deine  große Gelassenheit. Die hat mir Angst gemacht ,denn ich wusste das ist nun ernst, kein pföteln, kein bei mir liegen ....eine Botschaft an mich -dabei kannst Du mir nicht helfen, sterben muss man alleine- 

Ich habe versucht es zu verdrängen ,so zu tun als wenn es ein Tag wie jeder andere wäre -für Dich für mich, ich wollte Dich nicht noch mehr beunruhigen. Du hast nur noch leise fiebend Deinen Kopf auf meinen Arm gelegt ,hast nicht mehr versucht mir die Hand oder das Gesicht zu lecken. Lagst einfach ruhig da und schautest maximal fragend in den Raum- Du warst wach und interessiert wie immer an den Abläufen. Gestern nahm der Bauchumfang zu und Du warst noch schwächer ,aber wach. Du standest ganz selbstverständlich an der Treppe und sagtest , Du wolltest auch mit spazieren gehen-ja war ja auch Sonntag und Hundetag !.  Also haben wir Dich mitgenommen, an Deinem Blick und an der Art wie Du die Luft und die Landschaft förmlich eingesogen hast, habe ich gesehen das es Dein letzter Spaziergang war. Langsam sind wir den üblichen Weg gelaufen und Du zeigtest mir ,Du wolltest weitergehen und nicht umkehren. Volle 30 Minuten sind wir nebeneinander hergelaufen und haben bewusst Abschied genommen. Du wolltest sogar noch Deine üblichen Leckerlis- aber nach zwei ganz kleinen hast Du verstanden ,das sie Dir nicht gut tun und es nur dier Gewohnheit war. Du wolltest nicht wirklich geholfen haben und wir wussten auch kaum wo man Dich anfassen konnte ohne Dir Schmerz zuzufügen, aber auch das haben wir wie immer gemeinsam gut bewältigt.

Und wieder legtest Du Dich ruhig hin und schienst uns zu fragen was denn los ist warum sollte man Dir ein hom. Mittel geben zur Unterstützung ?   Der Tag sollte so stattfinden wie immer ,das wolltest Du, also haben wir das getan. Als ich zu einem Vorgespräch weg musste standest Du wie immer an der Treppe und sagtest tschüss. Als ich wieder kam ,hast Du wieder den Kopf auf meinen Arm gelegt und leise gefiebt- alles gut.

Die letzte Nacht hast Du im Schlafzimmer in Deiner Kudde verbracht- Wasser wolltest Du keines was man Dir gereicht hat, wie immer wolltest Du alles alleine machen und selbst aufstehen und Wasser da trinken wo man immer Wasser trinkt.

Das letzte Mal habe ich Dich heute morgen in Deiner Kudde im Schlafzimmer gestreichelt -Du warst weiterhin wach und ghst wie immer leicht gefiebt als ich Dich gestreichelt habe. Ich habe Dir noch erzählt das wieder Schnee liegt- Du liebtest doch den Schnee so sehr.  Du hast tschüss gesagt und ich habe es nicht verstanden. Dann hast Du wie immer mit den anderen im Flur gesessen und die Putzfrau begrüsst und als alle wieder ihrer Arbeit nachgingen ,bist Du ins Wohnzimmer wie immer gegangen ,hast Dich auf Deine Kindermatratze wie immer gelegt und bist gegangen. Ohne aufhebens , ohne Schmerzen, ohne aufbäumen, ohne Hilfe und  als wir Dich eine Minute später so fanden , lagst Du da wie immer, völlig entspannt alle viere ausgstreckt ,nur die Zunge  ein wenig dunkelviolett verfärbt, Deine wunderschönen bernsteinfarbenen Augen schauten mich an wie immer ,und Du hattest komplett unter Dich gelassen.

Niemand musste wegen Dir seinen Tagesablauf verändern, niemand musste sich zu Dir legen , niemand musste sich frei nehmen -nein alles sollte so normal wie möglich sein. Und mit der gleichen Klarheit als Du als eigentlich viel zu junge Hündin Deine Welpen geboren hast ,bist nun als unsere "Königin" gegangen. Mit einem Stolz und einem Selbstverständnis das es einen schon wieder tief beschämt. Ja einen tief beschämen konntest Du oft.

Wir haben Dich saubergemacht , umgebettet und haben Dich gestreichelt und Abschied genommen. Die anderen Hudne haben Dich vorsichtig abgeschnuppert und haben dann angefangen neben Dir zu spielen. Sie nehmen auch ganz selbstverständlich sofort Deine Plätze ein . Wann habt Ihr denn alle voneinander Abschied genommen ? Alles ganz nomal wie immer, und doch ist nichts mehr wirklich wie immer.

Ja ich verstehe jetzt Tessa, ich hatte keine wirkliche Verbindung mehr zu Dir die letzten Wochen und Monate ,ich schob es auf die viele Arbeit und mein Abgelenktsein und ich reagierte leider öfters gereizt auf Dich- dabei hast Du mir nur helfen wollen die nötige Distanz zu bekommen, damit Du nun so einfach und so schnell gehen könntest. 

Fast 10 Jahre  warst Du immer mein Hund, hast Dich mich ausgesucht,warst eine der selbstbestimmtesten Hunde die ich jemals kennen gelernt habe und mein Spiegel.

Ich kann die Leere und den Verlust gerade gar nicht ausdrücken die ich empfinde und ich muss immer wieder ins Wohnzimmer gehen und schauen und Dich anfassen ,um zu begreifen das es wirklich Du bist ,die da nun steif und kalt liegt. Nein natürlich bist es nicht Du sondern "nur" noch Dein Körper ,aber auch den habe ich doch gerade noch eben gestreichelt und mit Deinen wippenden Öhrchen gspielt. 

Und wir werden Dich nun gleich zum einäschern bringen ,Du wirst nicht im Garten gegraben. Du ,die da immer standest wenn wir wieder mal Abschied nehmen mussten von einem Hund, extrem speicheltest und es immer so aussah als wenn Du weintest. Nein Dich werden wir nicht in die Erde legen, wir werden Deinen Körper verbrennen und eines Tages ,wenn ich weiß ,wann und wo ,werden wir Deine Asche da verteilen, wo ich denke das es richtig ist.........

 

Liebe Tessa ,ich danke Dir für Deine bedingungslose Liebe, Dein Vertrauen und Deine Gesellschaft.Danke auch für Deine Intelligenz und Deine Weisheit die mich noch über den Tod hinaus staunen lässt und nur wer uns beide zusammen gesehen und erlebt hat ,weiß was ich heute verloren habe.

Ich weiß wir bleiben Freunde ,auch über den Tod hinaus und alles was ich von Dir lernen durfte werde ich nutzen und weitergeben. Und auch wenn ich noch nicht auf allen Ebenen wirklich verstanden habe, was da gerade passiert ist, weiß ich dennoch ,Du bist schon ganz weit weg und da angekommen wo Du ankommen solltest und ich muss mir um Dich keine Sorgen mehr machen.

 

Nimm den Frieden , die Liebe und die Ruhe und Sicherheit mit, die wir Dir  stets versucht haben zu geben und ich warte auf ein Zeichen von Dir ,das Du mir schicken wirst. Ich habe das noch nie bei einem Hund gesagt ,aber ich weiß von Dir werde ich eines bekommen, ganz sicher, denn unsere Verbindung ist nun wieder frei.

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Ja mit Hope hatten wir 5 Hunde und einen Keks - nun haben wir 5 Hunde und einen Hamster.

Das hat Nori Ina zu verdanken, die darauf bestand, dass Nori doch eigentlich ein Hamster ist, Uwe gefiel das so gut, dass er nun nur noch nach dem Hamster fragt. ;-)

Der "Hamster" kommt hier "leider" mehr und mehr an und macht immer öfters draußen im Garten (o.k. wenn es so viel Schnee hat wie gerade, dann auch nicht mehr) oder auf im Haus verteilte Einlagen. Das hat sie nun langsam verstanden und wenn alles hier seine Ordnung hat, dann klappt das nun auch.

Mit den Hunden klappt es nun auch soweit und sie bellt sie immer seltener an - gut, Futter und Bett ist immer noch so eine Sache für sich, da geht es noch mit ihr durch. Meine hündischen Berater haben grünes Licht gegeben, dass man nun langsam mal mit ihr arbeiten kann und was durch kommt und machen das auch nun öfters mal - kurz und leicht dosiert. Echt erstaunlich, wie genau sie erkannt haben, dass alles Angst bei ihr ist und dass sie keinerlei Sozialverhalten gelernt hat und mit wieviel Geduld, Umsicht und Verständnis sie an die Sache rangehen, ihr was beizubringen. Hat mich echt beeindruckt, das zu sehen und ich bin nun sicher, egal was sie macht, keiner würde ihr je was tun - ganz im Gegenteil, es ist als wenn sie sich allesamt zuständig erklärt haben, den "Welpen" hier mit zu erziehen. Und nur, wenn sie mal wieder einen hysterischen Bellanfall bekommt, suchen sie das Weite und Schutz bei mir. Einmal musste ich noch mal dazwischen gehen, als sie ein Spielende-Signal von Jessie als Angriff missverstanden hat, aber sonst entspannt es sich wirklich langsam. 

Sie wedelt immer öfters und freudiger und der ganze Hund wackelt dabei und sie spielt völlig ausgelassen auch mit uns, leider manchmal etwas grob mit ihren Piranhazähnchen. Zu kleineren Kindern sollte sie auch nicht wirklich vermittelt werden - eines ihrer Lieblingsspiele ist es nämlich, einem auf dem Schoß sitzend, wirklich mit Anlauf ins Gesicht zu springen und einem in die Nase oder den Mund zu zwicken. Dann geht sie mit ihrem Gesicht ein wenig zurück, schaut einen unverwandt an und wartet auf seine Reaktion - oder so als begutachte sie ihr Werk und macht dabei einen herzallerliebsten Schmollmund - habe ich so noch nie gesehen bei einem Hund.

Sie hat sich sehr gefreut, als Ana aus Portugal da war, und sie hätte auch bei ihr im Bett schlafen dürfen, aber sie hat es für diese zwei Tage vorgezogen, lieber im Flur im Korb zu schlafen - also ist sie schon wie vermutet sehr personenfixiert.

Und letztes WE war ich unterwegs und nicht da - und sie ist fast durchgedreht, hat wieder fast nur noch gebellt und wieder wie gehabt überall hin gepinkelt und Durchfall gehabt.

Mit spazieren geht sie immer noch nicht, aber sie erkundet den Garten schon deutlich intensiver und weiß sich auch im Haus zu beschäftigen. Sie trägt immer noch gerne benutzte Unterhosen durch´s Haus und klaut sich die auch aus Taschen von Gästen - also geruchsmässig hat sie auch viel nachzuholen.  *hüstel*

Das Geräusch von Wasser laufen und Papier schneiden oder Geschenkband kräuseln macht sie fast irre - aber man kann sie insgesamt schneller beruhigen, und an einige Geräusche hat sie sich nun auch schon gewöhnt. 

Und sie hat wirklich in Ihrem vorherigen Leben gelernt ihr Gehör extrem zu schulen, das geringste fremde Geräusch zeigt sie an - natürlich auch nach wie vor mitten in der Nacht :-(

Aber auch wenn sie sich freut - sie schreckt aus vermeintlich tiefem Schlaf auf und zeigt bereits an, wenn Uwe mit dem Auto nach Hause kommt, da ist dieser noch Ewigkeiten vom Haus weg. Also wirklich absolut zuverlässig und unbeirrbar. Und wieder wie so oft bei ihr, ein tolles Potenzial einerseits und eine Bürde andererseits und man muss sich eben ranmachen es zu verwandeln. 

Sie ist sicherlich ein Hund mit irre vielen Baustellen, an denen man arbeiten muss, aber wir hatten auch noch nie gleichzeitig einen so süßen und zärtlichen Hund, der sich völlig glücklich und zufrieden unter der Bettdecke zusammenrollt oder sich einem wohlig seufzend in die Hand einkuschelt und Dir mehr als deutlich zu verstehen gibt, dass Du nun der Traum und die Hoffnung seiner ganzen kleinen Welt bist und in solchen Momenten bin ich mir ganz sicher, das aus Nori mal sicherlich ein absoluter Traumhund wird. 

Für nach wie vor fraglich halte ich es, in absehbarer Zeit die richtigen Menschen zu finden, die sie in ihren ganzen Bedürfnissen erfassen und verstehen? Das ist ein echtes Desaster, denn wenn sie mal ganz und gar angekommen ist und und allen hier vertraut, darf man sie nicht mehr hergeben, das wäre, wie wenn man erste zarte Triebe an einem Baum ausreißen würde, um sie woanders zu vermehren - sie wäre wieder völlig entwurzelt und und dabei braucht sie so dringend eine sehr stabile Basis.

Es wäre vieles einfacher gewesen, wenn sie alleine wo gewesen wäre und nicht tausend neue Reize auf einmal gehabt hätte, aber jetzt, wo sie sich mehr und mehr damit auseinandersetzt und lernt mit und in der Gruppe zurecht zu kommen, würde ihr ihre "Familie" sicherlich doch auch fehlen und sie erfährt ja durch die Gruppe auch ungemeinen Schutz, der für sie im Besonderen sehr wichtig ist. 

Wir werden sehen, was sich ergibt in der Zunkunft........

(Bilder gibt es leider wieder keine, sie verträgt das Fotografiergeräusch in der Wohnung nach wie vor nicht)

 

 

Wie immer kommt alles auf einmal. Es ist gerade nicht nur so, das Nori nach wie vor viel Arbeit macht und Aufmerksamkeit braucht, auch die anderen Hunde machen Probleme. Tessa hat wieder wetterbedingt einen Spondyloseschub, Athea einen Arthroseschub und nein ich dachte auch kurz dran das ist wegen Nori- aber das haben sie jedes Jahr um diese Jahreszeit. Und dann noch Mara. Vor einem Monat sind wir in den Weinbergen gelaufen ( ich dachte die Weinlese sei vorbei ) und dann  schoß es ,genau in dem Moment ,wo wir da vorbeiliefen- alle Hunde waren geschwind völlig panisch , liesen sich aber schnell beruhigen. Habe ich doch meinen Collie vergessen, bei dem folgt prompt die Spätwirkung = Geräuschangst bzw. ist neu aktiviert. An der Leine gehen findet sie völlig doof , Flugzeuge und insbesonderre Düsenjäger sind gruselig,war aber o.k. mit dem Laufen. Erster Gassigang mit Flugzeug und Düsenjäger ging noch mit gutem Zureden. Zweiter Tag ,ein Viertel der Strecke mit Markerwort und vielen guten Worten- Ende, nix geht mehr, sie lässt sich fallen und steht nicht mehr auf .Dritter Tag  -einen Flieger hören in Entfernung reicht, wir werfen uns ins Gebüsch wie in den Anfangszeiten und laufen keinen Schritt mehr. Zurückrennen zum Auto geht wenigstens, ich muss sie nicht tragen. Vierter Tag- Ich entwickle langsam selbst ne Paraneua ,wenn ich einen Flieger höre -die haben  sich alle gegen uns verschworen und fliegen bestimmt immer gerade dann wenn wir unterwegs sind. Mara bekommt ihr hom.Mittel und Recuetropfen ins Trinkwasser. Fünfter Tag, wie konnte ich das vergessen, ich habe einen Collie -es reicht den Weg zu gehen wo sie mal einen Flieger gehört hat und sie wirft sich unverzüglich aus dem Auto ausgestiegen ins Gebüsch ,vorher steigt sie gekonnt im Rückwärtslauf aus dem Geschirr. Also hilft erfahrungsgemäß nur , alle diese Strecken für längere Zeiten zu meiden , wo sie Panikattacken bekommen hat. Lieber Gott ,bitte mach das  dann nicht noch auf den wenigen anderen Strecken die man so gehen kann mit 5 Hunden ,  Flieger  fliegen ,solange wir laufen.

Ach ja und Joschi -der nun alle Energie in seine Jagdleidenschaft hängt und deswegen im Wald auch an der Leine laufen muss. Er zieht dann mal links und mal rechts ,weil sind ja überall tolle Spuren und ja Pinkel- und Kackmarathon gehört auch weiterhin zu seinen Lieblingsbeschäftigungen-man kann sich minutenlang  an einer Pinkelstelle verweilen und mit Bedacht weiter minutenlang seine Kackspritzer dekorieren. Und nein, er kennt dann nicht ein Kommando- Ohren auf Durchzug und den Turbo an. Meistens genau dann ,wenn Mara mal wieder anzeigt das sie nun aber wirklich unverzüglich zurück will oder sich ins Gebüsch wirft. Also jeder Spaziergang ist derzeit eine Riesenherausforderung allen Bedürfnissen gerecht zu werden  und keinen zu unterfordern und keinen zu überfordern und vor allem dafür zu sorgen das hier nichts im Chaos endet. Und ja, ich gehe alleine mit allen 5 Hunden.

Daheim werde ich dann freundlich angefiebt, angewinselt und angebellt wenn der Lieblingsplatz belegt ist- selbst Schuld wenn man den Hunden beibringt ,man kümmere sich schon darum , das müssen sie nicht selbst regeln. Und nun fordern sie eben ein das ich das regeln soll und das machen sie in der Tat verstärkt immer dann ,wenn eine neuer Hund hier ist -brave Hunde. 

Zusammen mit Tessa´s an mir Rumgekratze und Gepfötel beim geringsten Windhauch (wir haben gerade Herbststürme ) eine unglaublich nervige Angelegenheit. Was um alles in der Welt hat mich geritten 5 Hunde zu wollen ????

Was soll´s  ,wenn dann abends alle versorgt sind und rund um mich rum liegen und friedlich und zufrieden vor sich hinschlummern , dann weiß ich auch wieder warum auch 5 Hunde nicht wirklich ein Problem sind.

Und ich weiß nicht, ob das Leben mit Kindern so viel stressfreier ist *ggg*

Bilder gibt es im übrigen deswegen auch nur noch ,wenn wir mal wieder zusammen gehen können.

 

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